Kuppelfresko von Martin Knoller (1765)

Karlskirche Volders (Kuppelfresko)Sofort nach dem Eintreten wird unser Blick magisch vom kreisrunden Kuppelfresko angezogen, einem wahren Meisterwerk des in Steinach am Brenner geborenen Malers Martin Knoller. Thema ist die Verherrlichung des hl. Karl Borromäus.

Direkt über dem Hochaltar ist am Freskenrand die große Uhr zu erkennen, darüber der hl. Karl Borromäus als Kardinal in rot-weiß-roter Kleidung und die drei göttlichen Tugenden in Form von Frauengestalten: Frau in rotem Kleid mit brennendem Herz und Kind = Liebe, Frau in grünem Kleid mit Anker = Hoffnung, schwebende Frau links oben in weißem Kleid mit Kelch = Glaube. Darüber sitzt auf einer Wolke Jesus und weist auf den hl. Karl Borromäus hin.

Links schließt die Schar der zwölf Apostel an, angeführt von den Karlskirche Volders (Fresko Aposteldarstellung)Apostelfürsten Petrus (mit zwei Schlüsseln als Symbol der Macht über Himmel und Erde - Petrus ist ja der Nachfolger Christi) und Paulus (mit Schwert als Zeichen für seine Enthauptung). Gut zu erkennen sind der hl. Bartholomäus (mit Messer, ihm wurde die Haut abgezogen) und der hl. Johannes (Jüngling in grünem Kleid und rotem Umhang und einem Becher mit einer Schlange - man gab ihm der Legende nach Gift zu trinken, das in Form einer Schlange entwich). Darüber schwebt Maria in blau-weißer Kleidung. Das Blau steht für den Himmel, das Weiß für ihre Unschuld. Links davon halten Engel das Kreuz Christi.

Weiter links erkennt man in halber Höhe verschiedene Heilige, darunter dieKarlskirche Volders (Kuppelfresko: hl. Peregrin) hl. Katharina (mit zerbrochenem Zackenrad - sie wurde der Legende nach auf ein Rad mit Zacken gebunden, das Engel zerstörten) und die hl. Barbara (mit Kelch - sie spendet den Sterbenden die letzte Kommunion).

Direkt über der Orgelempore sind dunkel gekleidete Männer und Frauen abgebildet - Heilige und Selige des Servitenordens. Dabei ist der hl. Peregrin, der seinen verletzten Fuß vorstreckt. Er erkrankte an einem Beinleiden. In der Nacht vor der Operation schleppte er sich vor das Bild des Gekreuzigten, schlief vor Erschöpfung ein und sah, wie sich Jesus vom Kreuz herabneigte und sein Bein heilte. Am nächsten Morgen war das Bein ganz gesund.
Unter den Frauen des Servitenordens Karlskirche Volders (Kuppelfresko: Anna Juliana und hl. Juliana)finden wir die hl. Juliana, die Stifterin des weiblichen Ordenszweiges, und gleich daneben die selige Erzherzogin Anna Juliana. Sie war die zweite Gattin von Erzherzog Ferdinand II., Graf von Tirol, und gründete nach dem Tod ihres Gatten das Servitenkloster in Innsbruck. Auf ihrem Oberschenkel sieht man ganz klein den österreichischen Erzherzogshut.

Links anschließend erkennen wir zwei Pestheilige, den hl. Rochus und den Karlskirche Volders (Kuppelfresko: Pestheilige Sebastian und Rochus)hl. Sebastian. Der hl. Rochus streckt sein pestkrankes Bein vor. Der Legende nach kümmerte sich der reiche Mann um Pestkranke, wurde selbst krank, zog sich in einen Wald zurück. Ein Hund brachte ihm zu essen. Der hl. Sebastian hält Pfeile in der Hand. Pfeile bedeuten unerwartete Krankheiten. Die Pest suchte mehrmals Tirol heim.

Besonders plastisch wirkt die Gruppe der Irrlehrer, die vom Erzengel Michael aus dem Himmel verstoßen werden. Diese Gruppe durchbricht sogar den Rahmen des Freskos. Hier zeigt sich die Meisterschaft Martin Knollers hervorragend. Hinter dem hl. Michael sitzen die vier Kirchenväter auf einer Wolke.

Karlskirche Volders (Kuppelfresko: Irrlehrer)